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Eine Nacht auf der Roß­feld­pan­ora­ma­stra­ße

Mai 2018

Über­nach­tung mit Aus­sicht

Bei unse­rem letz­ten Besuch 2017 auf der Ross­feld­pan­ora­ma­stras­se hat­ten wir einen älte­ren Herrn getrof­fen, der in sei­nem VW Bus lebt. Er erzähl­te uns von sei­nem Leben, was ihn antreibt und dass er den Groß­teil sei­ner Zeit auf einem bestimm­ten Platz oben auf dem Ross­feld „campt“. Es war ein sehr span­nen­des Gespräch, aber in die­sem Fall wol­len wir aus Dis­kre­ti­ons­grün­den nicht mehr über den Inhalt erzäh­len. Was wir aber sagen kön­nen, war, dass er uns emp­foh­len hat, ein­fach auch ein­mal hier oben zu über­nach­ten. Also wild zu cam­pen.

Es gibt dies­be­züg­lich kei­ne Beschrän­kun­gen. 2017 konn­ten wir sei­nen Vor­schlag nicht umset­zen. Aber für 2018 hat­ten wir uns das fest vor­ge­nom­men. Der Zufall woll­te es, dass wir den Plan frü­her als vor­ge­se­hen umsetz­ten und so ver­brach­ten wir im Mai eine Nacht auf der Schei­tel­spit­ze der wun­der­ba­ren Pan­ora­ma­stras­se im Berch­tes­ga­de­ner Land.

Die Zufahrt zur Pan­ora­ma­stras­se ist gut aus­ge­schil­dert und es gibt zwei Maut­stel­len. Die­se kön­nen rund um die Uhr ange­fah­ren wer­den, da sie mit Kas­sen­au­to­ma­ten aus­ge­stat­tet sind. Die Maut­stel­le Nord ist wäh­rend der Kas­sen­zei­ten mit Per­so­nal besetzt. Somit kann man vom Auto aus bezah­len und muss nicht aus­stei­gen und mit dem Rol­li an den Kas­sen­au­to­ma­ten fah­ren.

Vor der Über­nach­tung habe ich noch­mals nach Infor­ma­tio­nen gesucht, ob die Stra­ße wirk­lich immer befahr­bar ist und nichts gegen­tei­li­ges gefun­den. Eben­so gibt es kei­ne Schil­der, die das wild­cam­pen aus­drück­lich ver­bie­ten. Aber es sind nur Park­plät­ze aus­ge­schrie­ben, was per Defi­ni­ti­on das cam­pie­ren dann doch ver­bie­tet. Denn par­ken ist nicht gleich cam­pen. Also Tisch und Stüh­le raus­stel­len ist damit offi­zi­ell nicht erlaubt.

Aber das ist ein ande­res The­ma.

Wir haben uns also nahe dem Kiosk oben auf dem Berg ein Plätz­chen gesucht und den Son­nen­un­ter­gang und die Aus­sicht genos­sen. Die­se Idee hat­ten wir nicht allei­ne und so konn­ten wir den ein oder ande­ren mehr­fach auf der Suche nach „sei­nem“ Plätz­chen vor­bei­fah­ren sehen.

Wir woll­ten also die Ruhe auf dem Berg genie­ßen, als zu spä­te­rer Stun­de ein jun­ges Pär­chen mit ihrem Klein­bus 20 Meter neben uns hiel­ten. 500 Meter Platz und aus­ge­rech­net direkt neben uns blei­ben die ste­hen. Sie pack­ten Stüh­le und Tisch­chen aus und began­nen zu gril­len. Mit viel Rauch und unüber­hör­ba­rer Musik. Vor­bei war es mit der himm­li­schen Ruhe. Sie wer­den wohl noch ein paar Jähr­chen brau­chen, bis sie dahin­ter­kom­men, dass man die Ruhe ohne Hip­hop und Rap viel bes­ser genie­ßen kann.

 

Die Nacht selbst war dann doch sehr ruhig und man konn­te durch das Dach­fens­ter den ster­nen­kla­ren Him­mel bewun­dern. Um 4:45 Uhr am nächs­ten Tag hieß es auf­ste­hen, denn wir woll­ten den Son­nen­auf­gang betrach­ten. Noch ziem­lich müde sind wir dann raus aus dem Auto und schwupps waren wir wach. Es war schon etwas frisch drau­ßen.

Beim Kiosk beginnt ein klei­ner, 700 Meter lan­ger Pan­ora­ma­rund­weg, auf dem an ver­schie­de­nen Sta­tio­nen Infor­ma­tio­nen zur Stra­ße, Aus­sicht, Gesteins­auf­bau usw. zu fin­den sind. Auch Fil­me wur­den dort schon gedreht. Dum­mer­wei­se habe ich mir das nicht gemerkt. Also musst du schon selbst hin­fah­ren und nach­le­sen.
Lei­der ist die­ser Pan­ora­ma­weg für Roll­stuhl­fah­rer allei­ne nicht zu bewäl­ti­gen und mit Hil­fe einer Begleit­per­son äußerst müh­se­lig, so dass wir lie­ber davon abra­te. Es sind Stu­fen und Regen­rin­nen zu über­win­den, bei denen man als Fuß­gän­ger schon gut auf­pas­sen muss.