Hund Reisen schwerbehindert vegan

Vom Achensee an die Adria

Nach längerer Pause waren wir mal wieder unterwegs und haben uns über eine Woche Zeit genommen um unterwegs zu sein. Folgende Campingplätze haben wir besucht:

  • Alpen Caravan Park Achensee
  • Camping Village San Francesco in Descenzano del Garda
  • UnionLido an der Adriaküste bei Cavallino – Venezia

1. Erster Halt: Alpen Caravan Park Achensee
Wir sind aus Norden über München auf der A8 Richtung Salzburg angereist. Über die Ausfahrt Holzkirchen sind wir dann auf der B13 über Bad Tölz, Lenggries und den Sylvensteinstausee weiter auf der B307 Richtung österreichische Grenze gefahren. Dort biegt man dann auf die B181 in Österreich ab und folgt der Beschilderung nach Achenkirch. Am südlichsten Zipfel von Achenkirch liegt dann auch der Campingplatz – direkt am See.Der Platz ist in einen Camping- und Stellplatz aufgeteilt. Der Campingplatz ist gefühlt mit mind. 50% Dauercampern belegt und befindet sich hinter einer Schranke.

Die Wohnmobilstellplätze befinden sich davor auf Rasengittersteinen. Für Rollstuhlfahrer also nur bedingt empfehlenswert. 

Vom Stellplatz aus kann man als Rollstuhlfahrer zur Rezeption, einem kleinen Shop und zum Restaurant gelangen. Der Weg zum Restaurant führt durch die Bar, die bei unserem Besuch gut mit Rauchern besucht war. Im Restaurant gibt es österreichische Küche.

Auf die Frage nach veganen Alternativen wurde uns vom Kellner der Klassiker “Salat” oder Gerichte mit Käse angeboten. Der Unterschied zwischen vegan oder vegetarisch war augenscheinlich nicht bekannt. Wir fordern den Koch aber gerne heraus und wollten was anderes. Da der Ober damit überfordert war, hat er uns den Koch rausgeschickt. Der lieferte leider auch kein besseres Bild ab. Somit haben wir ihm ein paar Zutaten genannt, die vegan sind und daraus konnte er dann auch etwas machen. 

Nach dem Essen muss der Rolli-Fahrer gerne mal auf Toilette. Diese befinden sich im Keller des Hauptgebäudes. Als Fußgängen kann man den Weg vom Restaurant über eine Zwischentüre nehmen und über eine Treppe gelangt man ins Untergeschoss. 

Als Rollstuhlfahrer muss man das Gebäude jedoch verlassen, einmal außen herum fahren, über eine steile Abfahrt, die zum Campingplatz führt und von der Hinterseite kommt man dann zur Rollstuhltoilette. Diesen Weg sollte man nicht ohne Begleitung nehmen, es sei denn, man verfügt über einen gut motorisierten Rollstuhl. Schliesslich muss man den steilen Hügel wieder hinauf. Zumindest, wenn man auf dem Stellplatz ausserhalb der Schranke steht.

 

 

Nicht gerade der nächste Weg. Mir ist jedoch im Keller aufgefallen, dass es einen vorbereiteten Fahrstuhlschacht gibt. Aber keinen Aufzug. Das wurde mir auch von der Mitarbeiterin an der Rezeption bestätigt. Auf die Frage, warum kein Aufzug vorhanden sei und wann denn einer eingebaut werden würde, bekam ich zur Antwort, dass man beim Bau des Hauses kein Geld mehr für den Aufzug hatte und man wohl erst in den nächsten Jahren einen einbauen könnte. Einen Zeitrahmen könne mir aber nicht nennen. Damit fällt der Campingplatz für uns für einen neuen Besuch durch.  Sollten wir aber wieder einmal diese Route fahren, denn sie ist durchaus schön, werden wir kurz halten und schauen, ob der Fahrstuhl schon eingebaut ist. 

Weiter ging es dann über die klassische Nord-Südroute an den Gardasee. Über Insbruck, Brenner, Sterzing, Bozen, Trient an den Gardasee. Wir haben die Autobahn bei Roverto-Sud, Lago di Garda Nord verlassen und sind nach Torbole gefahren. Wir wollten die Strecke entlang des Sees genießen. Man kommt dann direkt am Nordufer des Gardasees an und hat vom Berg aus einen unglaublichen Ausblick. 

 

2. Unterwegs zum Campingplatz Camping Village San Francesco haben wir nochmal einen kurzen Halt am Busparkplatz Pacheggio Retelino eingelegt. Direkt nach der Einfahrt gibt es einen Behindertenparkplatz. Mit unserem Kastenwagen haben wir gerade so draufgepasst 😉 Dort kann man ans Wasser oder über einen Radweg den See erkunden. 

 

Am Busparkplatz. Direkt am Ufer.

Nachdem wir uns erholt hatten, sind wir direkt nach Descenzano del Garda auf unseren nächsten Campingplatz gefahren. Dort hatten wir uns ein Mobilhome für Menschen mit Behinderung gemietet. Diese sind familien-, hund- und rollstuhlgeeignet, verfügen über zwei Schlafzimmer, eine Wohnküche mit Klimaanlage und zwei Toiletten: Eine im “Eltern”-Schlafzimmer und eine getrennte, barrierefreie Toilette mit Dusche. Haltegriffe zum Umsetzen sind vorhanden. Das Waschbecken kann unterfahren werden. Was eher suboptimal gelöst wurde, war die Dusche. Trotz Duschvorhang ist nach dem duschen das ganze Bad überschwemmt. Zudem war das Wasser die meiste Zeit kalt. Keine Ahnung woher das Wasser kommt, aber warm war es nur selten und mit viel Glück. Für Spastiker jetzt eher nicht empfehlenswert.

barrierefreies Mobilhome “Gold” auf dem Campingplatz San Francesco, Desenzano
Behindertenparkplätze vor den Mobilehomes

Aber vielleicht ist es im Sommer besser. Alternativ gibt es auch ein großes Waschhaus mit Duschmöglichkeit für Behinderte. Die Kabine ist zwar abgetrennt von den anderen, aber nach oben offen und nicht beheizbar. Als wir im Mai auf dem Platz waren, war das Wetter eher frisch und ungemütlich. Die Außentüren vom Waschhaus nicht geschlossen und dementsprechend kalt war das ganze Gebäude. 

Tür zur Rolli-Toilette und Dusche, San Francesco

 

 

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Auf dem Platz gibt es ein Restaurant und einen kleinen Einkaufsmarkt. Beide sind wunderbar mit dem Rollstuhl erreich- und befahrbar. Das Restaurant bietet verschiedenste Gerichte und auf Nachfrage wird auch ein individuelles, veganes Gericht zubereitet. Alternativ finden sich auch in der Speisekarte einige Speisen, die vegan sind.

Habe ich schon erwähnt, dass es für die Reisezeit ungewöhnlich kalt war. Wer hätte das im Mai für diese Region noch erwartet? Wir nicht. Darum sind wir in der Nachbetrachtung echt darüber froh, uns schon am ersten Abend im Restaurant eine Pizza geholt zu haben, die wir anschliessend am Seeufer auf einer Bank mit Blick in den Sonnenuntergang verspeist haben. Das war mit Abstand die leckerste Pizza der Welt.

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Eigentlich hatten wir geplant mit dem Rad und der “Genny” nach Sirmione zu fahren. Das sind nur etwa 3km vom Campingplatz. Aber leider war das Wetter ziemlich unfreundlich und kalt. Von daher haben wir ein Alternativprogramm gewählt und sind z. b. einmal in das Il Leone Shopping Center gefahren. Wenn man sich nicht verfährt, ist der Weg in ca. 20 Autominuten zu schaffen 😉

3. Als dritte und letzte Station stand der Campingplatz Union Lido in Cavallino, an der Adriaküste auf dem Plan. Die Anreise, vor allem auf dem letzten Stück hat sich wegen ausgeprägten Tempolimits von ca. 60 oder 70 km/h schon etwas hingezogen. Wir waren froh, endlich anzukommen.

Der Checkin am Campingplatz lief recht unkompliziert. Wenn man vorab gebucht und seine Reservierungsbestätigung dabei hat, kann man vom Auto aus einchecken und die Mitarbeiterinnen erklären einem den Weg zum Platz.

Eigentlich wollten wir ein barrierefreies Mobilhome buchen. Allerdings hatte sich kurzfristig ergeben, dass wir unseren Hund mitgenommen haben, weil der Hundesitter ausgefallen ist. Somit mussten wir umbuchen und wenn man mit Hund anreist, wird man in einem abgetrennten Platzteil untergebracht. Nur dort sind Hunde erlaubt und der Bereich ist auch mit Zaun zum Hauptteil des Platzes abgetrennt. In manchen Foren empfanden andere Camper diese Abtrennung als Gefängnis. Diesen Eindruck hatten wir jetzt nicht. Immerhin gibt es zwei Übergänge zum Hauptplatz. An einem der Übergäng gibt es sogar morgens einen kleinen Verkauf von Backwaren fürs Frühstück.

Nachteil als Rollstuhlfahrer: Im Hundebereich gibt es keine barrierefreien Mobilhomes. Wir haben trotzdem eines genommen. Wir waren in einem sehr neuem Mobilhome “Dog Lounge” untergebracht. Es hatte eine eingezäunte Terrasse, von der der Wauzi einen guten Überblick über das Geschehen vorm Haus hatte.

Die Terrasse war mit Gartenmöbeln und Liegen ausgestattet. Innen sehr stylisch, geradlinig und modern. Zwei Schlafzimmer, eine Toilette mit Dusche und eine Wohnküche. Wie gesagt, leider nicht barrierefrei. Aber da Frauchen einen “Luxus-Querschnitt” hat, konnte sie sich mit dem Rollator innerhalb der Wohnung bewegen. War aber dennoch schon eingeschränkt, vor allem in der Toilette.

Trotz dieser Unwegbarkeiten, hat es vor allem dem Hund hervorragend gefallen. Vom “Dog-Camp” gibts einen Weg durch den Wald an den Strand mit extra Abschnitt nur für die Hundehalter aus dem Dog-Camp. Dort laufen die Hunde dann auch ohne Leine rum. Zumindest war es bei uns so – es war ja auch noch Vorsaison und der Campingplatz insgesamt noch sparsam belegt. Aber die Mobilehomes im Dogcamp waren alle belegt.

Der Campingplatz ist riesig. Der größte, auf dem wir jemals waren und ist eine kleine Stadt für sich. Es gibt verschiedene Einkaufsmöglichkeiten für Klamotten, Schmuck, Schuhe. Ebenfalls ist ein großer Supermarkt mit angemessenen Preisen vorhanden und sogar einen extra Laden für frisches Obst und Gemüse aus der Region haben wir entdeckt. Dort hatten wir mehrmals eingekauft und wurden äußerst freundlich bedient. Und la Mama sitzt an der Kasse.

Es gibt mehrere Restaurants und zwei sind auch für Hunde zugelassen. Eines davon befindet sich allerdings ausserhalb des Campingplatzes. Man muss hierzu mit seiner Schlüsselkarte bewaffnet am südlichen Campingzaun entlang gehen, diesen durch- und eine Straße überqueren. Was in der Hauptsaison eine Herausforderung sein dürfte. Denn trotz Zebrastreifen bleibt da kein Auto stehen, obwohl Martin als Rollstuhlfahrer getarnt, den Weg mit der “Genny” testweise abgefahren ist.

Das Restaurant ausserhalb des Platzes ist mit dem Rollstuhl gut erreichtbar, und wie gesagt der Hund darf mit. Das Restaurant am Platz Ca’ Rustica ist leider mit Rollstuhl nicht zugänglich.

Dafür kommt man ins Riviera und ins Al Mare problemlos rein und dort gibt es auch eine barrierefreie Toilette.

Überhaupt ist der Campingplatz sehr gut mit dem Rollstuhl befahrbar. In so gut wie allen Waschhäusern gibt es eine Rollstuhltoilette und auch auf den meisten Strandabschnitten gibt es gepflasterte Wege, die man mit dem Rollstuhl befahren kann. Allerdings braucht man dann, um auf dem Sandstrand unterwegs sein zu können, schon ein geeignetes Gerät. Ob es dort Strandrollstühle zum leihen gibt, wissen wir leider nicht.

Uns hat es dort gut gefallen. In der Vorsaison im Mai, als wir eben da waren, war wenig los und wir sind trotz Fahrradverbot unterwegs gewesen. Uns hat keiner ermahnt. Aber wenn der Platz voll ist, hat dieses Verbot auf jeden Fall seine Berechtigung. Falls der Wuffi das nächste Mal wieder beim Hundesitter bleiben kann, wollen wir ein barrierefreies Mobilhome ausprobieren.

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