Hund Reisen schwerbehindert vegan

Campingplatz Harras am Chiemsee 

Nachdem sich der Frühling doch noch endlich dazu entschieden hat, ein später, wenn auch schöner zu werden – schließlich ist schon Mai – haben wir die Gelegenheit genutzt und sind spontan an den Chiemsee gefahren.

Eigentlich hatten wir uns einen anderen Campingplatz ausgesucht, aber der hatte leider keine barrierefreien Duschen/WC’s. Daher fiel die sehr beschränkte Auswahl auf den Campingplatz Harras bei Prien am Chiemsee. Laut Beschreibung gibt es dort barrierefreie Einrichtungen.

Der Platz liegt auf einer Halbinsel und wird daher von drei Seiten vom bairischen Meer umspült. An einen kleinen Teil grenzt ein Surfverein an.

Auch gehört dieser Platz zu den sehr wenigen Campingplätzen, die direkt am Wasser liegen und noch Hunde willkommen heißen.

Der Check-In verläuft reibungslos und freundlich und wird vom Chef persönlich durchgeführt. Ein weiterer Mitarbeiter zeigte uns kurz den Weg zum Stellplatz und schon standen wir. Und vor allem, direkt neben dem Surfverein, wo heute am “Vatertag” auch jede Menge los war. Ruhig war es also schon mal nicht.

Die Parzellen des Platzes sind eng und es kann durchaus passieren, dass man in zweiter und dritter Reihe steht und zugestellt wird. Auch kann man mit dem Nachbarn gut auf Tuchfühlung gehen. Dann hängt dessen Leibwäsche schon mal direkt vorm “Esszimmerfenster”.
Der Platz hat weiterhin ein kleines Wirtshaus mit Terrasse. Es ist über eine kleine, geteerte Rampe zu erreichen – sofern diese nicht vom “Freibier-Fassl” oder den riesigen Werbeaufstellern verstellt ist. Hier gibts typisch bairische Küche. Explizit als vegetarisch oder vegan ausgeschriebene Speisen gibt es nicht. Aber auf Nachfrage war es zumindest möglich, etwas flexibles, vegetarisches zu bekommen. Dafür hat das Bier gut geschmeckt 🙂

Neben dem Wirtshaus, leicht übersehrbar, gibts noch einen kleinen Kiosk ohne Selbstbedienung. Hier wird man am Fenster bedient und bestellt bei dem älteren Herren, was man haben möchte.
Barrierefreiheit:

Der Platz liegt eben und es gibt keine Steigungen zu überwinden. Die Plätze sind begrünt und geschottert.

Es gibt eine gesonderte Behindertentoilette, in die eine Dusche integriert ist. Warmwasser beim Duschen gibts nur gegen separat zu erwerbende Duschmünzen.
Die Toilette hat nur auf der linken Seite einen Haltegriff. Rechts fehlt dieser. Die Toilette ist, im Gegensatz zu den Nichtbehinderten-Toiletten, mit Klopapier ausgestattet. Die “Laufkundschaft” muss ihre Rolle selbst mit ins Häusl mitbringen.

An der Rezeption gibt es einen Schlüssel fürs Rolliklo. Die Türe ist aber schwergängig und lässt sich mit dem Schlüssel nur aufsperren, wenn man ordentlich dagegen drückt. Was gar nicht so einfach ist, denn der Weg zum Klo führt über eine kleine Steigung. Genauso schwer, wie die Türe zu öffnen ist, ist sie auf der Gegenseite zu schliessen. Die Türe muss mit aller Kraft zugezogen und mit dem Schlüssel verschlossen werden, sonst geht sie wieder auf.

Es gab wohl mal einen automatischen Türschliesser. Davon zeugen Überreste am Türstock. Die Zuziehhilfe ist aber nicht mehr vorhanden. Ebenfalls fehlt in dem Raum eine Heizung. Da wird es ganz schnell ganz frisch.

Ein Rollstuhlfahrer alleine, hat es hier schwer, die Toilette selbständig benutzen zu können. Bei uns ging es jedenfalls nicht und die Begleitperson musste unterstützen.

 

Wer direkt am See campen möchte, ist hier zweckmäßig untergebracht. Für alleinreisende Rollifahrer ist der Platz aber nur bedingt zu empfehlen.

 

 

 

 

 

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